Archiv für den Monat: Oktober 2017

über den großen Teich

Ich hab mal wieder den Atlantik überquert. Aber diesmal im Flieger.
Dem Lehrer-Trauma Ferien ohne eine Reise bestreitem zu müssen, habe
ich schon im Sommer mit dem Plan einer New York Reise entgegengewirkt.
OK, USA – aber über NYC sagt man häufig ja auch, dass es nicht
unbedingt „typisch“ ist. Vielleicht aus diesem Grund, aber vielmehr
aus monitärer Motivation ging unsere Anreise über Canada. Der Air
Canada Flug von Franfurt nach Toronto wurde vom deutschen Kranich
durchgeführt. Da ein netter Herr seinen Gangplatz aufgegeben hat,
konnten wir doch noch nebeneinander sitzen und hatten dank
multimedialer Unterstützung auch einen angenehmen Flug in der
Holzklasse. Wir hatten dann drei Stunden Aufenthalt in Canada – ein
neues Land auf meiner Liste. Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass
dies eher ein US-Aufenthalt war. Aus dem Flieger kommend folgt man
immer den Schildern mit dem Star-Strangled-Banner und folgt den
Hinweisen des netten Personals. Nach einer guten viertel Stunde sieht
man sich dann einem Officer gegenüber, der die US-Flagge auf seiner
Schulter trägt. Meine Vermutung bestätigt er dann in
immigrationofficer maximaler Freundlichkeit. Ja, wir haben damit schon
die Einreise in die USA vollzogen und in Newark erwartet uns nichts
weiter mehr. So war es dann auch: nach weiterer zweieinhalbstündiger
Wartezeit im „US-Terminal“ F des Flughafens Toronto kam der kurze
Hopfer nach Newark NJ. Beim Landeanflug konnte man einen ersten (noch
regenfreien) Eindruck von Manhattan erhaschden. Zum Hotel bzw. der
Unterkunft gings dann mit 4 verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln
durch das nächtliche New Jersey. Unsere Unterkunft nennt sich Skyline
Luxury Suite und bietet uns u.a. eine komplett ausgestattete Kücke. In
der Beschreibung wurde auch ein Blick über den Hudson auf die Skyline
von Manhattan versprochen. Technisch gesehen stimmt das. Aber wenn
Meteorologen den Bedeckungsgrad des Himmels mit Wolken in form eines
Bruches festlegen, kommt der Sichtbarkeitsbereich von Manhattan hier
maximal auf einen Wert von ca. 1/32 . Seis drum – bisher zeigt uns das
Zweiunddreisigsten meist eher nur trübe Wolken. Der Wetterbericht für
den gestrigen Sonntag hat voll zugetrofffen. Meine Windfinder-App hat
die maximale Anzahl von Regentropfen auf eine Seite platziert. So
stand auf der Agenda Shopping. Zunächst im nahegelegenen Supermarkt um
unsere Küche auszurüsten. Wir haben versucht uns soweit es ging
unauffällig amerikanisch zu verhalten, aber als Nicole die Bananen
nicht extra in Plastik eingepackt hat, waren wir geoutet. Dennoch hat
sich unser Frühstückstisch schnell an die ortsansässige Kultur
angepasst. Sehr lobend sei an dieser Stellen die Beschallung des
Supermarkts zu erwähnt. Neben Mother’s Finest Baby Love, diversen
weiteren Rock-Klassikern dröhnte auch Peter Frampton mit comes alives
in nicht unüberhörbarer Lautstärke durch die Gänge. Der zweite Teil
des Shoppings hies dann New Jersey Central Mall. Dieses
Einkaufszentrum gehört laut Netz schon zu den größeren und hat
angeblich gegenüber den Konkurrenten von New York wohl auch einen
Preisvorteil. Ich wollte eigenlich eine Winterjacke. An den
Kleidergrößen mit vielen X hapert es hier nicht. Auch die Tatsache,
dass meine Style-Beraterin mit vorort war, hat nicht zum Erfolg
geführt. Bei den Beratungen per Handy-Bild der Vergangenheit aus dem
Rhein-Neckar-Zentrum gabs öftern den „Daumen hoch“ als hier. So nahmen
wir nur einen Kaffee und das regensichere Dach der Mall in Anspruch.
Bei unserem Aufenthalt haben wir uns temporär getrennt. Nicole hat
weiter (erfolglos) gestöbert und ich hab „nach dem Wetter geschaut“.
Diesmal aber nicht nur zum Dampfen, sondern auch tatsächlich zum
Einschatzen ob die Wetter-App noch recht hat. Sie hatte immer. Der
Rückweg von ca. 200 Metern durchnässte uns bis auf die Haut. Das
Trocknen und Aufwärmen machte dann jeder auf seinen Art. Nicole
sportlich und ich durchstöberte die gefühlt 500 TV-Shopping-Kanäle und
hatte dann mit der Formel 1 in Mexiko Erfolg. Anschließend trieb es
mich dann doch noch über die Staatsgrenze nach New York. Per PATH-Bahn
kann man von unserer Bleibe aus in gut 15 Minuten ohne Umsteigen die
33. Straße, 6.th Abvenue erreichen. Dort regnete es auch. Dennoch
marschierte ich stramm bis zu Central Park und auch wieder zurück.
Meine Regenjacke schützte die Spiegelreflexkamera – allerdings wohl
nich den Rest wie ich leidlich erfahren musste. Dennoch zog ich sie
öfters kurz hervor um den ein- oder anderen Eindruck aufzufangen.
Eindruckvoll! Dass die Dämmerung in die Nacht überging, hab ich fast
nicht bemerkt. Durch die tiefhängende Wolkendeck und den Lichtschein
der Stadt, der sich darin verfing sah es fast wie bei Tag aus.

Karibik-Feeling dank deutscher Internet-Infrastruktur

Ich hoffe nicht, dass der Begriff „Karibik-Feeling“ jetzt ungeahnte Erwartungen hervorgerufen hat. Vielmehr fühle ich mich in diesen Tagen an die Internet-Suche mittels meiner WLAN-Antenne erinnert. Vorweg: In der Karibik war ich wesentlich erfolgreicher als auf meinem verregneten deutschen Balkon. 

Dies ist zunächst sicher auf den achtsamen Umhang meiner Nachbarn mit der Verschlüsselung zurückzuführen. Die Frage ist daher eher: was treibt mich zu solchen karibischen „Notmaßnahmen“. Eigentlich wähnte ich mich immer in einem Land mit gut ausgebauter Netzinfrastruktur zu leben. Sicher sind unsere Poilitiker vordergründig nicht damit zufrieden und probagieren, zumindest in Zeiten von Wahlen, eine Verbesserung ähnlich Estland zu vollziehen. Wie ich aber in den letzten Tagen leidlich erfahren habe, gibt es aber auch im Moment noch ziemlich viel Luft nach oben.

Ich wollte meinen 1und1 Internetzugang von 10Mbit/s auf 50Mbit/s upgraden. Vertraglich kam der Anbieter des „besten Netztes“ mir auch sehr entgegen und setzte für vergangenen Mittwoch den Umschalttermin an. Freudig kam ich von der Arbeit heim, musste dann aber leider feststellen, dass die rote Lampe an meiner Fritzbox blinkte. Ich möchte jetzt meine unzähligen Kontakte mit 1und1 hier nicht detailliert beschreiben – deshalb hier nur einige Punkte. Im Moment ist mir das Internet für morgen (also eine Woche später) versprochen. Es gab am Freitag auch eine 6-stündige Wartephase zuhause auf einen Techniker, welcher nicht erschien, dennoch wohl aber gegenüber 1und1 die Lösung bzw. das Umschalten berichtete. Ich erfuhr u.a. auch, dass mein Provider total vom ehemaligen Monopolisten Telekom abhängig wäre. Mein Anschluss muss von A-DSL auf V-DSL umgeklemmt, umgeschaltet, umgepatched oder ähnlich werden. Nicht nur ausgebildete Techniker sondern auch Ottonormalverbraucher verstehen sicher unter dem Wort „um-„, dass es von einer „Sache“ auf eine andere geht. Da ich indirekt auch von dieser Technikerseite her komme, glaube ich, dass es technisch gesehen einem Mitarbeiter sehr weh tut, wenn er das „um-“ nur halb vollzieht und demnach nur das „ab-“ und nicht das „wiederan-“ durchführt. Ich habe von gut unterrichteten Kreisen schön gehört, das diese Vorgehensweise von höherer magentafarbener Seite wohl angeordnet wird. Dies trifft interessanterweise aber meist nur die „nicht-Monopolisten“. In diesem Zustand, also „ab-“ und nicht „wieder-an“ verharre ich nun seit fast einer Woche.  Ich male mir zum Beispiel auch aus, was passieren würde, wenn die deutsche Bahn als Schienenstreckenntzbetrieber einen Personenzug eines Mitbewerbers einfach für eine Woche auf ein Abstellgleis leiten würde. Leider sind die Auswirkungen meiner Internetdiaspora nicht so wichtig und auch nicht so offensichtlich wie beim Zug, dennoch denke ich die Vielzahl solcher Fälle ergibt dann schon eine gewisse Tragweite und verhilft Deutschland nicht unbedingt ins Sachen „digitalem Fortschritt“ unbedingt weiter.