über den großen Teich

Ich hab mal wieder den Atlantik überquert. Aber diesmal im Flieger.
Dem Lehrer-Trauma Ferien ohne eine Reise bestreitem zu müssen, habe
ich schon im Sommer mit dem Plan einer New York Reise entgegengewirkt.
OK, USA – aber über NYC sagt man häufig ja auch, dass es nicht
unbedingt „typisch“ ist. Vielleicht aus diesem Grund, aber vielmehr
aus monitärer Motivation ging unsere Anreise über Canada. Der Air
Canada Flug von Franfurt nach Toronto wurde vom deutschen Kranich
durchgeführt. Da ein netter Herr seinen Gangplatz aufgegeben hat,
konnten wir doch noch nebeneinander sitzen und hatten dank
multimedialer Unterstützung auch einen angenehmen Flug in der
Holzklasse. Wir hatten dann drei Stunden Aufenthalt in Canada – ein
neues Land auf meiner Liste. Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass
dies eher ein US-Aufenthalt war. Aus dem Flieger kommend folgt man
immer den Schildern mit dem Star-Strangled-Banner und folgt den
Hinweisen des netten Personals. Nach einer guten viertel Stunde sieht
man sich dann einem Officer gegenüber, der die US-Flagge auf seiner
Schulter trägt. Meine Vermutung bestätigt er dann in
immigrationofficer maximaler Freundlichkeit. Ja, wir haben damit schon
die Einreise in die USA vollzogen und in Newark erwartet uns nichts
weiter mehr. So war es dann auch: nach weiterer zweieinhalbstündiger
Wartezeit im „US-Terminal“ F des Flughafens Toronto kam der kurze
Hopfer nach Newark NJ. Beim Landeanflug konnte man einen ersten (noch
regenfreien) Eindruck von Manhattan erhaschden. Zum Hotel bzw. der
Unterkunft gings dann mit 4 verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln
durch das nächtliche New Jersey. Unsere Unterkunft nennt sich Skyline
Luxury Suite und bietet uns u.a. eine komplett ausgestattete Kücke. In
der Beschreibung wurde auch ein Blick über den Hudson auf die Skyline
von Manhattan versprochen. Technisch gesehen stimmt das. Aber wenn
Meteorologen den Bedeckungsgrad des Himmels mit Wolken in form eines
Bruches festlegen, kommt der Sichtbarkeitsbereich von Manhattan hier
maximal auf einen Wert von ca. 1/32 . Seis drum – bisher zeigt uns das
Zweiunddreisigsten meist eher nur trübe Wolken. Der Wetterbericht für
den gestrigen Sonntag hat voll zugetrofffen. Meine Windfinder-App hat
die maximale Anzahl von Regentropfen auf eine Seite platziert. So
stand auf der Agenda Shopping. Zunächst im nahegelegenen Supermarkt um
unsere Küche auszurüsten. Wir haben versucht uns soweit es ging
unauffällig amerikanisch zu verhalten, aber als Nicole die Bananen
nicht extra in Plastik eingepackt hat, waren wir geoutet. Dennoch hat
sich unser Frühstückstisch schnell an die ortsansässige Kultur
angepasst. Sehr lobend sei an dieser Stellen die Beschallung des
Supermarkts zu erwähnt. Neben Mother’s Finest Baby Love, diversen
weiteren Rock-Klassikern dröhnte auch Peter Frampton mit comes alives
in nicht unüberhörbarer Lautstärke durch die Gänge. Der zweite Teil
des Shoppings hies dann New Jersey Central Mall. Dieses
Einkaufszentrum gehört laut Netz schon zu den größeren und hat
angeblich gegenüber den Konkurrenten von New York wohl auch einen
Preisvorteil. Ich wollte eigenlich eine Winterjacke. An den
Kleidergrößen mit vielen X hapert es hier nicht. Auch die Tatsache,
dass meine Style-Beraterin mit vorort war, hat nicht zum Erfolg
geführt. Bei den Beratungen per Handy-Bild der Vergangenheit aus dem
Rhein-Neckar-Zentrum gabs öftern den „Daumen hoch“ als hier. So nahmen
wir nur einen Kaffee und das regensichere Dach der Mall in Anspruch.
Bei unserem Aufenthalt haben wir uns temporär getrennt. Nicole hat
weiter (erfolglos) gestöbert und ich hab „nach dem Wetter geschaut“.
Diesmal aber nicht nur zum Dampfen, sondern auch tatsächlich zum
Einschatzen ob die Wetter-App noch recht hat. Sie hatte immer. Der
Rückweg von ca. 200 Metern durchnässte uns bis auf die Haut. Das
Trocknen und Aufwärmen machte dann jeder auf seinen Art. Nicole
sportlich und ich durchstöberte die gefühlt 500 TV-Shopping-Kanäle und
hatte dann mit der Formel 1 in Mexiko Erfolg. Anschließend trieb es
mich dann doch noch über die Staatsgrenze nach New York. Per PATH-Bahn
kann man von unserer Bleibe aus in gut 15 Minuten ohne Umsteigen die
33. Straße, 6.th Abvenue erreichen. Dort regnete es auch. Dennoch
marschierte ich stramm bis zu Central Park und auch wieder zurück.
Meine Regenjacke schützte die Spiegelreflexkamera – allerdings wohl
nich den Rest wie ich leidlich erfahren musste. Dennoch zog ich sie
öfters kurz hervor um den ein- oder anderen Eindruck aufzufangen.
Eindruckvoll! Dass die Dämmerung in die Nacht überging, hab ich fast
nicht bemerkt. Durch die tiefhängende Wolkendeck und den Lichtschein
der Stadt, der sich darin verfing sah es fast wie bei Tag aus.

Karibik-Feeling dank deutscher Internet-Infrastruktur

Ich hoffe nicht, dass der Begriff „Karibik-Feeling“ jetzt ungeahnte Erwartungen hervorgerufen hat. Vielmehr fühle ich mich in diesen Tagen an die Internet-Suche mittels meiner WLAN-Antenne erinnert. Vorweg: In der Karibik war ich wesentlich erfolgreicher als auf meinem verregneten deutschen Balkon. 

Dies ist zunächst sicher auf den achtsamen Umhang meiner Nachbarn mit der Verschlüsselung zurückzuführen. Die Frage ist daher eher: was treibt mich zu solchen karibischen „Notmaßnahmen“. Eigentlich wähnte ich mich immer in einem Land mit gut ausgebauter Netzinfrastruktur zu leben. Sicher sind unsere Poilitiker vordergründig nicht damit zufrieden und probagieren, zumindest in Zeiten von Wahlen, eine Verbesserung ähnlich Estland zu vollziehen. Wie ich aber in den letzten Tagen leidlich erfahren habe, gibt es aber auch im Moment noch ziemlich viel Luft nach oben.

Ich wollte meinen 1und1 Internetzugang von 10Mbit/s auf 50Mbit/s upgraden. Vertraglich kam der Anbieter des „besten Netztes“ mir auch sehr entgegen und setzte für vergangenen Mittwoch den Umschalttermin an. Freudig kam ich von der Arbeit heim, musste dann aber leider feststellen, dass die rote Lampe an meiner Fritzbox blinkte. Ich möchte jetzt meine unzähligen Kontakte mit 1und1 hier nicht detailliert beschreiben – deshalb hier nur einige Punkte. Im Moment ist mir das Internet für morgen (also eine Woche später) versprochen. Es gab am Freitag auch eine 6-stündige Wartephase zuhause auf einen Techniker, welcher nicht erschien, dennoch wohl aber gegenüber 1und1 die Lösung bzw. das Umschalten berichtete. Ich erfuhr u.a. auch, dass mein Provider total vom ehemaligen Monopolisten Telekom abhängig wäre. Mein Anschluss muss von A-DSL auf V-DSL umgeklemmt, umgeschaltet, umgepatched oder ähnlich werden. Nicht nur ausgebildete Techniker sondern auch Ottonormalverbraucher verstehen sicher unter dem Wort „um-„, dass es von einer „Sache“ auf eine andere geht. Da ich indirekt auch von dieser Technikerseite her komme, glaube ich, dass es technisch gesehen einem Mitarbeiter sehr weh tut, wenn er das „um-“ nur halb vollzieht und demnach nur das „ab-“ und nicht das „wiederan-“ durchführt. Ich habe von gut unterrichteten Kreisen schön gehört, das diese Vorgehensweise von höherer magentafarbener Seite wohl angeordnet wird. Dies trifft interessanterweise aber meist nur die „nicht-Monopolisten“. In diesem Zustand, also „ab-“ und nicht „wieder-an“ verharre ich nun seit fast einer Woche.  Ich male mir zum Beispiel auch aus, was passieren würde, wenn die deutsche Bahn als Schienenstreckenntzbetrieber einen Personenzug eines Mitbewerbers einfach für eine Woche auf ein Abstellgleis leiten würde. Leider sind die Auswirkungen meiner Internetdiaspora nicht so wichtig und auch nicht so offensichtlich wie beim Zug, dennoch denke ich die Vielzahl solcher Fälle ergibt dann schon eine gewisse Tragweite und verhilft Deutschland nicht unbedingt ins Sachen „digitalem Fortschritt“ unbedingt weiter.

1195 / 365 = 3

Nach über einem Jahr war ich nun erstmals wieder Dickschiff-Segeln. Natürlicherweise zum Urlauben auf einem Katamaran. Auch bezüglich Charterrevier hats mich wiederum nach Sardinien gezogen. Allerdings habe ich nicht bei northsardiniasail.it gechartert, sondern gleich um die Ecke bei http://www.boomerangcharter.com/ in Portisco. Ich habe nämlich gelernt! Allerdings wohl nicht vollständig. Obwohl ich mich im Januar 2017 in Düsseldorf mit Northsardiniasail getroffen habe und wir dort eine Vereinbarung über eine Resterstattung weit im vierstelligen Bereich getroffen haben, habe ich von diesem Geld noch nichts gesehen. Die Antworten auf meine vielzähligen Erinnerungs-Mails gleichen sehr der Kommunikation auf dem Atlantik. Bisher hatte ich eigentlich das Gefühl, dass gemachte Zusagen eingehalten werden. Aber vermutlich muss man mittlerweile auch am Wort der Italiener zweifeln. Wie ich aber in den beiden vergangenen Wochen erfahren habe, bin ich nicht der einzige Leidtragende. Auch mit den Gebühren zum Ankern im Maddalena-Archipel halten es Northsardiniasail wohl nicht so genau und sind dort bei den zuständigen Behörden wohl auch schon bekannt. Passt ins Bild, hilft aber nicht.

Boomerang ist hingegen top. Ich hatte eine Lagoon 400 Baujahr 2012, welche sehr gut in schuss ist. In der ersten Woche hatten wir auch noch ab und zu Wind zum Segeln. Schön war auch, dass uns Flo auf einer Bavaria 46 begleitet hat. 20170605 134500

 

Auch die beiden SUP’s unbenannt in DGB’s (druff gnie baddel) waren sehr oft im Einsatz.

Einige Photos dieser Woche sind hier zu finden: http://platzda.myqnapcloud.com/gallery3/index.php/Sardinien-2017-1

Die zweite Woche war überwiegend durch Lehrer besetzt.

20170616 142006

Leider hatten wir weniger Wind, sodass sich das Segeln auf eine handvoll Meilen beschränkte. Dafür war aber Zeit einen Tag komplett auf Lavezzi abzuhängen – meine Lieblingsinsel!

20170615 162034

Weitere Photos gibts hier: http://platzda.myqnapcloud.com/gallery3/index.php/Sardinien-2017-2

Auf der Heimfahrt im VW-Bus hatte ich Zeit meine Seemeilen- und Crew-Liste zu pflegen. Diese förderte zu Tage, dass neben hunderten Mitseglern mitlerweile auch 1195 Tage zusammengekommen sind. Dies sind wahrhaftig 3 Jahre – ein schöner Gedanke …

Festmachen will gelernt sein

Neulich in der Lagune (Mannheim).

Friedlich ankerten 2 Boote im Päckchen. Eine Varianta 18 und eine betagte Delanta 76. Die insgesamt 4 Besatzungsmitglieder genossen die Natur und hatten auch gute Laune.

lagune1

 

Es war schon nach 22:00 als plötzlich ein Licht auftauchte. Langsam näherte es sich. Auf meine Nachfrage hin war dann auch verständlich, dass das große blaue Boot. bei uns festmachen wollte. Da sie gerade keine passende Leinen parat hatten, baten die drei Besatzungsmitglieder um einen Festmacher von uns. Großzügig wie wird sind übergaben wir eine Leine, worauf hin vom blauen Boot aus des Festmachen organisiert wurde. Neben einem großen Fender wurde auch eine Verbindung von unserer Achterklampe zu einer Klampe am blauen Boot hergestellt – sonst aber nichts weiter.

lagune2

Die drei Besucher der Lagune hatten aber wohl weiniger Interesse an der schönen Natur, sondern widmeten sich mehr irgendwelchen Schriftstücken, die sie zuvor von uns eingefordert haben. Dieses weit über 10 Minten lange Studium der Schriftstücke hielten die drei vom blauen Boot in ihrem Innenraum ab. Doch beim Studium wurde wohl die Natur vernachlässigt und der leichte Windhauch der herrschte machte sich langsam an die Arbeit. Nach einigen Minuten sah die Situation so aus.

lagune3

Meine Davitts waren verdächtig nah am blauen Boot und vermutlich auch der Rumpf, was man aber in der Dunkelheit nicht genau sehen konnte. Auf meinen Zuruf hin, kamen die drei und schauten sich die Situation an. Mit dem Bugstrahlruder schob man sich dann wieder parallel und machte mit unserer Leine und Unterstützung dann doch noch eine Vorleine.

Mich beruhigt ein wenig die Tatsache, dass keiner der dreien jemals zuvor bei mir in der Segelausbildung gesessen hat.

 

drogenfreie WG in Medellin

wg

Vielleicht sollte man ob der Überschrift hier zuerst den Drogenbegriff klären. Nachdem der Pablo vor gut zwanzig Jahren das Zeitliche gesegnet hat (wurde), ist der einstige Rufvon Medellin des Kokain-Kartells auch verschwunden.

pablo

Dementsprechend haben wir uns natürlich auch angepasst. Bier, Rum und Zigaretten sind dort aber weiterhin frei verkäuflich.

bier

Dabei bliebs auch zumal uns unsere WG-Vermieterin ausdrücklich Partys, Gils usw. verboten hatte. Ich hoffe, dass meine selbstgemachten Spätzle demnach nicht illegal waren.

spaetzle

Die ausgiebigen Skatabende liefen auch unmonitär ab. Von unserem Raucherbalkon aus hatten wir einen tollen Blick auf die Stadt, insbesondere auch auf ein Casino. Gecoacht von Pesche (null auf null aufgegangen) erzielte dort Tschepes am Pokertisch einen Gewinn von 300 000. Die Währung war allerdings Schlawakis (schweizerdeutsch Kopeken) – ne, Columbian Pesos. Die Umrechnung in Euro/Franken/Dollar ist allerdings etwa 3000 : 1.  Wir waren aber auch viel unterwegs. Neben der üblichen UBERei durch Pesche, haben wir auch häufig die Metro, genau genommen eine Hochbahn, benutzt. Sie wird von den Einheimischen sehr geschätzt, da sie trotz des üblichen Verkehrschaosses eine schnelle Verbindung quer durch die 2,5 Millionen-Stadt bietet. Als sie in den Zeiten der schlimmsten Kriminalität gebaut wurde, war sie aber auch ein Strohhalm, ein Hoffnungsträger der arg gebeutelten Bevölkerung. Man hat uns gesagt, dass niemand es wagen würde das „Heiligtum“ zu beschmutzen – sogar das Anlehnen mit der Hand an die Glasscheiben sei verpöhnt. Diese Verehrung kann man sogar an den Souvenier-Läden erkennen. bahn

Ergänzt wird die Metro durch einige Seilbahn-Linien. Sie überbrücken zum Teil Viertel der Stadt, in denen man sich nicht unbedingt wohlfühlen würde. seilbahn1

Der Ausblick über die Stadt ist allerding atemberaubend. seilbahn2

Sehenswert ist auch das Museo de Antioquia wo u.a. sehr viele Botero Gemälde und Skulpturen ausgestellt sind. Botero ist in Medellin geboren und stiftet deshalb wohl auch sehr viele Skulpturen, die auf einigen Plätzen der Stadt zu sehen sind. Soweit ich weis, war jedoch meinereiner nie das Vorbild für seine Proportionen.

botero_dieter

Pesche hat mir aber dennoch eine nackte Frau geschenkt (sollte mir das zu denken geben?).

botero_frauen

Vieles haben wir auch bei der 4-stündigen Wanderführung gesehen bzw. erfahren.

fruechte

Obwohl vor einigen Jahren auf diesen Platz eine der unzähligen Bomben hochging, hat diesen Bild zum Glück keinen Bezug dazu. Ein heftiger karibischer Gewitterschauer beendete leider jäh die äußerst interessante Führung.

regen

Kulinarisch bietet Kolumbien vordergründig nur „grusig Friddiertes“. grusig

Dank unserer „schweizer SIM-Karte“ haben wir aber des öfteren auch gehobenere Speisemöglichkeiten ausfindig gemacht. Ein Ausflug zum Stausee von Guatape stand auch auf dem Programm. Egentlich hört sich Stausee nach See oder Meer und somit relativ eben und nicht sehr anstrengend an, aber irgendjemand hat dort einen fetten Felsklotz hingestellt.

treppen

Nun muss jeder dumme Touri und somit auch ich die 740 Stufen erklimmen.
stu740

Das Ausblick belohnt aber dann.

guatape_ausblick

guatape_ausblick1

guatape_ausblick2

Trotzdem beschreibt die mehrstündige Rückfahrt mit  dem Bus wohl am ehesten diese Verzierungskachel eines Hauses in Guatape. muede

Mit dem Flieger (natürlich wieder Vivacolombia) gings dann für die letzte knappe Woche an die Karibikküste nach Cartagena. Die WG wurde dort auch aufgelöst, da Franzi und Pesche keine Unterkunft an der Playa Blanca mehr bekommen haben.

hotelcala

Ein Mietwagen für diese Zeit hat uns aber in guter Verbindung gehalten. Übrigens macht Autofahren hier Richtig Spaß :-). Für die 40 km benötigten wir aber zum Teil bis zu 2 Stunden. Während Franzi und Pesche in der Stadt in einem tollen komfortablen Appartement in Bocagrande hausten, hatten wir Karibik pur. Toller Strand, das Ho(s)tel nur ca. 2 Meter vom Merr entfernt.

jetski

Im Paradies gibts aber nur nachts Strom, wenn auch der Generator lautstark arbeitet. Internet, spärlich und sporadisch – das Bier war aber dafür immer kalt. Auch die nächtliche Anreise wurde mit Fischerboot und Soziusfahrt von 1XX kg Dieter mit Gepäck auf einem winzig kleinen Moped durchs Gestrüpp gemeistert. boot_anreise

Für die letzten beiden Nächte sind Tschepes und ich aber dann doch noch in ein großzügiges Appartement in „schweizer Nähe“ gezogen. carta_wohnung

In Cartagena gibt es aber nicht nur kolumbianischen Großstadtverkehr – im Nordosten der Stadt kann man kilometerweit mit dem Auto den Strand befahren, was sichtlich Spaß macht. autostrand

Vom Convento de la Popa hat man auch einen tollen Ausblick über die Stadt.

carta_ausblick_schw

Am Donnerstag-Abend hies es dann Abschied nehmen. Eigentlich bin ich von einem kurzen Treffen mit Franzi und Pesche ausgegangen. Nun waren es fast 3 wunderschöne witzige Wochen mit unserer „4-er WG“. Schee!!!

Tschepes und ich flogen dann über Panama und Newark zurück.

panama

newark

Diese Video beschreibt in „badisch barock“ nochmals kurz unsere ganze Reise.

Skat in Bogota

​Auch hier ist die Überschrift wohl nicht ganz zutreffend, obgleich eine große Motivation für diese Reise darin bestand. Am Dienstag vorletzter Woche war es dann soweit. Die „Reunion“, das lang ersehnte Wiedersehen mit unseren lieben schweizer Freunden Franzi und Pesche. Nachdem wir aufgrund dieses Treffens unseren Aufenthalt in Bogota verlängern wollten, mussten wir (Tschepes und ich) in ein neues Hostel umziehen.Wir hatten uns gerade in unserer 8 qm Behausung eingerichtet, standen die beiden vor der Tür. Ein tolles herzliches Wiedersehen. Zuletzt hatte ich die beiden nachts um 3:00 beim Auslaufen von Nevis vor Monaten im Taschenlampenlicht gesehen. Damals befürchtete ich, dass es nun 3 Jahre dauern würde, bis man sich auf irgendeinem „Tümpel“ in der Schweiz oder in der Rheinebene wieder sehen würde. 

Gleich zogen wir los und erkundeten zu viert Bogota. Insbesondere das Goldmuseum hat es uns dabei sehr angetan. Es begannen auch die deutsch-schweizerischen Frotzeleien wieder und man merkte gleich, dass auch mit Tschepes die Chemie stimmt. So habe ich z.B. von Fanzi erfahren, dass der in einer Vitrine ausgestellte „goldene Löffel“ verschieden gedeutet werden kann. Bei uns deutschen Lehrern sagt man, der Job, das Einkommen, die Pension usw. ist immer sicher, solange man nicht einen goldenen Löffel klaut. Franzi darauf knapp: „bei uns wird man mit ihm im Mund geboren“. Viele Museumsbereiche sind mit schweren Tresortüren abgesichert. Da kommen wohl schnell heimische Gefühle auf.

Am nächsten Tag gings mit eigenem Taxi auf Ausflugsfahrt. Zunächst erklommen wir auf ca. 3000 m Höhe den Bergsee, worin das berühmte goldenen Floß gefunden wurde. Eigentlich hätte ich gedacht, dass Franzi und Pesche nun gleich aufgrund ihrer neu erworbener Tauchkenntnisse zur Tat schreiten und nach weiteren Schätzen suchen würden. Aber Franzi fühlte sich in der heimatlichen Landschaft auch so schon sehr wohl. Ihr Vergleich mit Holland rufte aber nicht nur Fragezeichen in unseren Gesichtern hervor, sondern wurde anschließend auch noch häufig „befrotzelt“. Hinweis: es gibt hier zwar Kühe und es ist sehr grün, aber die Anden erreichen hier doch schon Höhen von 3000 bis 4000 Meter.

Das zweite Tagesziel war ein ehemaliges Salzbergwerk, welches vor einigen Jahren zur Kirche umfunktioniert wurde. Sehr eindrucksvoll!   

In unserer 8qm Behausung wurden dann die weiteren Ziele, Flüge, Unterkünfte,… geplant. Nicht nur die spanische Sprache, sondern auch unsere reichhaltig vorhandene Kommunikations-Infrastruktur erschwerten zum Teil das Vorgehen. Aber alles wurde sehr humorvoll gelöst. Das nächste Ziel war Cali. Mit Vivacolombia (die heißen wirklich so) wurde geflogen. Die Unterkunft dort war sehr günstig, mit allem was sich damit verbindet …. Es war aber sehr zentral gelegen und die Leute waren sehr nett. Bis hin zum „Nacht-Portier“ welcher auf einer Matratze im Treppenhaus nächtigte. Cali war schön und vor allem sehr wenig von Touristen heimgesucht. Ein Tagesausflug nach Popayan mit öffentlichen Verkehrsmitteln stand auch auf dem Programm. Die Busfahrt war ein Erlebnis. In den zahlreichen Fahrten mittlerweile konnte ich eine Korrelation zwischen aufgehängten Madonnenbilden, Bekreuzigungen des Fahrers und letztenendes dem Fahrstil feststellen. Vereinfacht gesagt, sind die Busfahrer meist die größten Rowdies. Popayan ist mit seinen weiß getünchten Häusern ein sehr schöner Ort und bietet auf ca 1900 Metern ein sehr angenehmes Klima. Es war für mich persönlich auch der südlichste Punkt auf dem ich mich je aufgehalten habe, 2° Nord. In Cali besuchten wir auch noch ein großes Konzert mit überiegend afrikanischen Rhytmen sowie den Zoo. Am letzten Abend in Cali haben wir dann erstmals der Überschrift gehuldigt. Unser Skat-Novize Pesche hatte zwar in der Zwischenzeit schon einiges wieder vergessen – dank seiner Pokervergangenheit hat er dies mittlerweile schon weitgehend wetgemacht. Übrigens spielen wir seit dem sehr häufig Skat – aber nur noch mit der bequemen Handy-App über Bluetooth (jeder fläzt irgendwo rum und niemand muss geben oder zählen). Aber nicht nur am Spieltisch glänzt Pesche mit seinen Skills, auch der Kauf einer Datenkarte fürs neue Handy erwies sich für uns alle als sehr nützlich. Nun wurde quasi permanent „geUBERt“ ge“AIRBNBt“ und was auch immer. Durch seinen schnellen Zuwachs an Spanischkompetenzen mutierte er immer mehr zur perfekten Reiseleitung. Thomas Gottschalk wurde einmal gefragt, was er mit auf eine einsame Insel nehmen würde. Er antwortete: „einen schweizer Offizier mit Messer“. Ich leite daraus ab: „einen schweizer Segelfreund mit SIM-Karte“. 
Per komfortablem Fernreisebus gings dann 9 Stunden lang durch eine geniale Landschaft nach Medellin – natürlich begleitet von der Skat-App. ( Fortsetzung folgt)

Hier gibts ein paar Photos: https://goo.gl/photos/oEtW1eRzWcw2geaQA

Kolumbien   (Thema verfehlt)

​Richtig: bei einer anständigen allgemeinbilldenden Lehrerin, wie sie an unserer Schule zuhauf vorkommen, hätte ich jetzt sicher sofort die Note 6 bekommen. Das Thema Segeln spielt nämlich hier in Kolumbien eher eine untergeordnete Rolle. Es ist eine normale Landreise und hat mit der Karibik-Auszeit eigentlich nix mehr zu tun. Da aber meine Netz-Infrastruktur noch intakt ist, tobe ich mich hier weiterhin aus.

Ich bin also gerade für 3 Wochen in Kolumbien unterwegs. Die Gelegenheit mich an meinen alten Studienfreund und WG-Gefährten Tschepes dranzuhängen erschien mir als sehr reizvoll.

So bin ich ab Freitag mittag heirher angereist. Eine liebe Allgemeinbildnerkollegin hat mich nach Weinheim an den Bahnhof gebracht. Anschließend gings mit dem Bummelzug nach Darmstadt. Von dort mit dem Bus zum Flughafen. Erstmals seit 1971 durfte ich mit einem Jumbo nach New York JFK fliegen. 

Mein netter Lufthansapilot hat mir einer Verzögerung auf dem Taxi-Drive in FRA dabei sogar einem Igel oder Hasen das Leben gerettet. 

Auch ein kostennloses Upgrade auf Premium Economy hat mein Lufthansa-Bild deutlich verbessert.

Mit dem Sammel-Shuttle gings dann quer durch Manhattan zu meiner netten einfachen Unterkunft.

Für mich war dies der zweite USA-Aufenthalt, wobei der erste im Mai bei unserer Karibik-Rückreise beim Zwischenstopp in LFK mit 35 Minuten (inclusive Immigration und Customs) rekordverdächtig kurz war. Diesmal stand dann für Samstag morgen auch noch die Besichtigung des neuen WTC auf dem Programm. Der morgentlich Kaffee brachte mir ob der vielen Jogger am Hudson-River fast schon ein kleines schlechtes Gewissen. 

Aber der gestrige Samstag war für mich dann am Ende dann doch Sportprogramm genug. Teilweise mit meinem Riesengepäck haben ich mich dann durch alle U-Bahn Umleitungen, Züge und Shuttles bis nach Newark durchgekämpft. Und es hatte gestern in New York über 30 Grad. 

Beim anschließenden Flug nach Bogota hatte ich wiederum Upgrade-Glück und durfte zumindest am Notausgang sitzen. Mit Verspätung um 23:00 habe ich dann in Bogota endlich Tschepes getroffen und wird sind zu unserem Hostel gefahren. Tschepes hat hier für vier Personen gebucht. Seitdem wird immer gefragt, ob das Bier/der Kaffee / usw. auf Alfred, Alfred2, Alfred3 oder Dieter gebucht werden soll.

Heute gings dann mit der Bahn zunächst mal rauf auf über 3200 Meter mit einem tollen Blick (nicht nur auf die 12 Millionen-Stadt). 

Mit den vielen Alternativ-Getränken habe ich dabei aber leichtes Spiel.

(leider klappt es grad mit dem hochladen von Bildern nicht ganz – ich werde sie aber nach Facebook laden) 

Leewards

Als Leeward-Inseln werden die nördlichen Insel der kleinen Antillen bezeichnet. Wir haben uns dort im zweiten Teil des Karibik-Trips aufgehalten. Leider haben wir einige Inseln nur gestreift und damit nicht ungedingt viel gesehen. Die letzten Wochen hatten wir Saint Maarten als Wechselflughafen und sind somit viel in dieser Region unterwegs gewesen. Die British-Virgin-Islands haben nicht nicht besucht. Bei der vorherrschenden Wetterlage wäre eine Rückfahrt gen ost mit unserem Katamaran wohl sehr „anstrengend“ gewesen. Der folgende Überblick über die Leewards ist alphabetisch sortiert.

nordinseln

 

Anguilla

anguilla

Auf dem Gebäude der Immigration steht „welcome to paradise“.  Dies trifft hier sicher auch zu. Das ganze befindet sich in der Road Bay, in der man auch übernachten muss. Die meisten anderen schönen Flecken sind Marine Park und man braucht ein Permit, welches den Aufenthalt bis zum späten Nachmittag erlaubt. Die Insel ist sehr zersiedelt und beherbergt zum Teil sehr teure Hotelanlagen. Der Flughafen wird nur von kleineren Maschinen angeflogen. Da keinen großen Kreuzfahrer hier herkommen, gilt die Insel als sehr exclusives Reiseziel. Im Norden wird die Insel durch ein großes vorgelagertes Riff geschützt. Dahinter verbergen sich wunderschöne Karibiktypische Inseln und Strände. Prickly Pear und Sandy Island standen daher immer auf unsrem Programm.

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Antigua

antigua

Antigua haben wir nur einmal für wenige Tage besucht. Die Einreiseformalitäten habe ich in English Harbour erledigt. In dem alten Gebäude, wo sich Customs, Immigration und Port Authority befinden „arbeiten“ ca. 20 Beamte. Die Entdeckung der Langsamkeit kann man dort live erleben. Dennoch passt man sicht wohl dem Skipperaufkommen derart an, dass die Formalitäten immer ca. eine Stunde dauern. Egal ob man alleine ist oder noch 10 andere Skipper zugegen sind. In meinem Fall waren es 4. Ich saß gerade an einem Terminal um die ganzen Paßdaten einzutippen, da höre ich von hinten „high Dieter“. Ich wusste zwar, dass ich in Andrea’s und Kai’s http://sy-silence.de/  „Heimatrevier“ unterwegs bin, aber dass Kai dort treffe ….  (klein ist die Welt!).

Das ganze dort ist sehr britisch und schön. Der eindrucksvolle Naturhafen war wohl auch immer während der Zeit der „Kloppereien“ mit den Franzosen fest in britischer Hand.  Auf einer Anhöhe neben der Bucht liegt Shirley Heights. Die „Höhe“ beträgt zwar nur gut 100 Meter, doch wenn man sich dem Pfad entlang durch das Gestrüpp und die Hitze hochkämpft, merkt man dass man beim Segeln meist nur zweidimensional unterwegs ist. Belohnt wird man dann aber nicht nur mit einer tollen Aussicht, sondern auch mit einem tollen Barbecue und karibischen Rhythmen.

Am dritten Tag gings dann zur Nonsuch Bay im Osten der Insel. Ein vorgelagertes Riff schützt diese große traumhafte Bucht.

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Barbuda

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Von Barbuda haben wir eigentlich nicht viel gesehen.  Das ist zunächst auch bei der Ansteuerung nicht so einfach, da man die extrem flache Insel erst wenige Seemeilen vorher erkennt (die Highlands sind ganze 38 m hoch). Ganz im Süden gibt es wohl herrliche Buchten, welche aber nur über enge Riffpassagen erreichbar sind. Da wir um 3:00 morgens wieder aufbrechen wollten, erschien mir die weite Low Bay als einfacher. 11 Seemeilen weißer unberührter Strand. Es lagen jedoch 8 Yachten davor wobei sich 5 davon gemeinsam aufhielten. Also 11 Seemeilen / 4 = über 5 km einsamen Strand für jeden. Das Rüberschwimmen mit Strandspaziergang war ein einmaliges Erlebnis.

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Dominica

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Natur pur. 365 Flüsse. Das liest man allerorten über Dominica. Auch die Guides sind sehr stolz auf ihr Land und ihre Natur. Auch das ehemalige Wohnhaus der ältesten Frau der Welt wird stolz präsentiert.  Dominica soll auch das regenreichste Land der Karibik sein. Dass man aber auch das geringste Bruttosozialprodukt hat wird aber eher verschwiegen. Bei zwei Landausflügen konnte ich mich aber wirklich über die Schönheit des Landes überzeugen. Nicht nur der Küstenstreifen, sondern auch das Landesinnere zeigen eine unbeschreiblich schöne Landschaft. Steigt man dann noch in einen der zahlreichen Wasserfälle fühlt man sich wie im Paradies. Leider ist nicht alles ungetrübt. So wird uns auf unseren Ausflüge die Zerstörungskraft des letzten Hurricanes Erika gezeigt. Es gab im letzten August dabei nicht nur 30 Tote, auch fast alle Verkehrs- und Kommunikationswege waren längere Zeit unterbrochen. Auch bei unserem Besuch mussten noch zahlreiche Behelfs-Straßen und Brücken benutzt werden. Meist wird als erstes wieder das Kreuzfahrtterminal aufgebaut. Obwohl diese Spezie des Touristen sowohl von den Einheimischen als auch von uns ein wenig kritisch gesehen wird, schwemmen diese Riesenpötte auch Geld in arme Länder wie Dominica.

Geankert haben wir jedes mal vor Portsmouth. Am Wochenende wird dort die Einklarierung unkompliziert am Küchentisch eines „Offiziellen“ abgewickelt. Die meisten der Bojenhelfer und Ankerhelfer haben sich dort zur Organisation PAYS (Private Association of Yacht Services) zusammengeschlossen. Sie organisieren auch Landausflüge und das legendäre sonntägliche Barbecue am Strand. Denkt man an die Zustände in St. Vincent sicher eine gute und beruhigende Einrichtung.

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Guadeloupe

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Guadeloupe ist DOM (Département d’outre-mer) und somit französisches und europäisches Staatsgebiet. Dies ist auch am Wohlstand zu erkennen und es gibt dort wohl auch kaum Armutskriminalität. Die Größe ist ähnlich der von Martinique. Fährt man durch die Randgebiete von Point-a-Pitre erinnert man sich stark an südfranzösische Großstädte. Landschaftlich gesehen gibt es hier aber auch tolle Urwälder mit spektakulären Wasserfällen. Auch der Pigeon Island Marinepark bietet eine herrliche Unterwasserwelt. Wie berichtet hat sich dort auch Jacques Cousteau sehr engagiert. tauben-zu-schildkroeten-mutiert  Den Kanal zwischen den beiden großen Inselteilen haben wir nicht befahren. Es gab auch unterschiedliche Infos über Brückenbreite und aktuelle Befahrbarkeit dieser Verbindung. Letztenendes hat wohl auch die Brückenöffnungszeit 5:00 den Ausschlag gegeben 🙂 .

 

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Nevis

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Nevis hängt politisch mit St. Kitts zusammen, weshalb zum Glück das Ein- und Ausklarieren gemeinsam erledigt werden kann. Wir haben 2 Nächte vor der Hauptstadt Charlestown geankert. Die Hauptstadt ist so groß, dass man zu Fuß in einer halben Stunde so ziemlich alle Straßen erkundet hat. Das schöne ist aber auch, dass sich hier her kein Kreuzfahrer verirrt und somit nur wenige Touristen anzutreffen sind. Direkt beim Ankerplatz waren ein paar gute Restaurants. Es wäre die Möglichkeit gewesen an großen Party dort teilzunehmen. Doch der relativ hohe Eintritt und insbesondere die Zeit von 23:00 bis 5:00 haben uns dann eher abgeschreckt. Wir haben es dann vorgezogen das ganze vom Schiff aus mit ein paar Gläschen Rum zu verfolgen. Am zweiten Abend haben wir uns dann leider von unseren schweizer Freunden verabschieden müssen (auch mit Rum). Ihr Weg ging weiter gen Süden Richtung Guadeloupe.

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Saba

saba

Saba gehört zum Königreich der Niederlande. Dort ist mit 877 Metern auch der höchste Berg Holland anzutreffen. Leider war bei unserem einmaligen Besuch das Wetter und insbesondere der Seegang ziemlich ruppig. Es gibt dort keinen Hafen für Yachten und das Liegen an einer der wenigen Bojen war eine sehr schaukelige Angelegenheit. Ich habe die Insel leider nur 45 Minuten besucht, wobei ich davon 40 Minuten bei der Einklarierung war. Da unsere schweizer Freunde teilweise holländische Abstammung besitzen, haben sie sich abends noch auf den Weg zur Metropole The Bottom gemacht. Das Ergebnis war jedoch wohl eher ernüchternd.

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Les Saintes

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Die Îles des Saintes gehören zu Guadeloupe und sind somit auch französisch. Auf der Insel Terre-de-Haut trifft man auch fast nur weiße Franzosen an. An den Hängen sieht man viele schöne Villen, was auch auf einen großen Wohlstand hindeutet. Es gibt dort (wie auf fast allen kleinen Inseln) eine Flughafen mit spektakurärer Landebahn. Man fühlt sich dort ein wenig an Porquerolles in Südfrankreich erinnert. Auch die Anbinung an Guadeloupe mit kleinen Fähren verstärkt diesen Eindruck. Auch hier verlassen am späten Nachmittag die Massen die kleine Insel. Es gibt dort verschiedene schöne Buchten, wobei fast überall Bojenfelder installiert wurden. Die Preise sind jedoch mit 15 € im normalen karibischen Niveau.

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Saint Barthelemy (St. Barth)

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Das St. Tropez der Karibik. Ob das in allen Belangen so zutrifft, ist fraglich. Dass sich im Winter aber hier der Jet-Set rumtreibt, sieht man am Yacht-Aufkommen. So ankern dort allerlei Megayachten, wie man es vom Sommer von der Costa Smeralda her kennt. Trotzdem wirkt der Ort Gustavia trotz aller Geschäfte der Luxusmarken noch relativ beschaulich. Es wirkt dort alles sehr normal, entspannt und irgendwie authentisch. Wir waren dort sicher mehr als 10 mal, haben aber dabei nur einmal ein Kreuzfahrtschiff ankern sehen. D.h. die üblichen Massen sind hier nicht anzutreffen. Es gibt überwiegend nur Tagesausflügler von St. Martin. Der spektakuläre Flughafen wird zwar häufig angeflogen, aber es sind nur kleinere Maschinen, die auf der 646 Meter langen Piste landen können. Der Spaziergang zur Einflugschneiße hat sich auf allen Fälle gelohnt und hat auch den Adrenalinspiegel aus der karibischen Ruhe gebracht. Es gibt um St. Barth nur wenige geschützte Ankerbuchten – diese sind aber traumhaft. Im Hafen herrscht meist großer Schwell, was selbst den Luxusyachten Probleme bereitet. Ankert man vor Gustavia, muss man trotzdem eine kleine Gebühr bezahlen. Dafür gibts dann aber WLAN, Benutzung der sanitären Einrichtungen und mehrere Dinghi-Anlegemöglichkeiten in bester Lage.  Schön war auch, dass wir zweimal mehr oder weniger nah am Geschehen von Regatten teilhaben konnten.

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Sint Eustatius (Statia)

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Es wäre sehr anmaßend über diese Insel zu berichten. Wie die blaue Kurslinie im Bild zeigt, sind wir nur im gebührenden Abstand daran vorbeigefahren. Eigentlich wollten wir näher an der Insel vorbeifahren um eine gewisse Zeit den Lee-Schutz der Insel zu nutzen, aber es lagen dort ca. 15 größere Tanker vor Anker. Was wir aus der Entfernung von der Insel gesehen haben waren die dazugehörigen riesigen Öltanks.

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St. Kitts

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Nachdem wir in der kleine Marina von Basseterre keinen Platz bekamen, haben wir davor 2 Nächte geankert.  Zur Einklarierung mussten wir (in diesem Fall zusammen mit Pesche von der Pandora) an verschiedene Stellen. Unter anderem waren wir dabei im Kreuzfahrtterminal. Leider konnten wir uns dennoch nicht auf eines der riesigen Schiffe einschmuggeln. Das öffentliche Arenal am Anleger beherbergt unzählige Shops für die Kreuzfahrer. Ein Hafenarbeiter hat mich dezent darauf hingewiesen, nicht in der Öffentlichkeit zu rauchen. Also gefühlt alles fest in amerikanischer Hand. Ein Ausflug führte uns am nächsten Tag über einen Teil der Insel. Der Fahrer/Guide erzählte uns dabei dauernd von ehemaligen Rohrzuckerfeldern. Gesehen haben wir kein einziges – dennoch blieb die Versorgung mit Rum immer gewährleistet. Es gibt gerade im Südosten Gegenden, die sehr wenig an Karibik erinnern – eher Resorts und Touristenzentren, welche auch überall auf der Welt sein könnten. Es wird gerade auch sehr viel gebaut, u.a. eine Luxusyachtmarina.

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Saint Martin / Sint Maarten

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Hier ist wohl die beste Infrastruktur der ganzen Gegend anzutreffen. Damit meine ich nicht nur den Flughafen mit der berühmten Landebahn an der Maho-Bay, sondern auch alle sonstigen Versorgungsmöglichkeiten. Mit dem Boot waren wir allerdings nur einmal im ehemalig holländischen Teil, sonst immer in Frankreich. Sint Maarten gehört nicht zur EU und somit ist das Handy hier auch ein recht teurer Spaß. Mit dem Minibus oder dem Roller habe ich aber öfters das holländische Philipsburg aufgesucht. Dort legen auch die Kreuzfahrer an und bringen bis zu 5 x 4000 Reisende auf die Insel. Dennoch bietet die Insel auch schöne Strände und Natur. Insbesondere die unbewohnte Insel Tintamarre im Nordosten haben wir nicht zuletzt wegen der „Schildkrötengarantie“ gerne aufgesucht (wie berichtet: bitte-das-wort-turtle-verbieten ). Auch die „Rippchengriller“ in Grand Case hatten öfters Besuch von uns.

 

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Video-Schnipsel

Nachdem ich ja jetzt das Luxusproblem von viel Zeit habe und dummerweise auch noch (temporär) einäugig immobil bin, habe ich mich mal an die Unmengen Videos und Photos gemacht. Gerade bei den Videos habe ich viel ausgemistet und die Schnipsel themenmäßig zusammengehängt. So möchte ich nun hier einen (kleinen) Teil davon ausstellen.

Dinghi

 

Delphine

 

Rochen

 

Nachlese „Feuerchen“

Nachdem wir nun schon 3 Wochen wohlbehalten (mit dem Flieger) zurück sind, möchte ich an dieser Stelle nochmals detailliert auf einige Dinge eingehen. Von den meisten Leute hier werde ich gefragt, warum wir eigentlich schon zurück sind. Dies hat vielerlei Gründe wobei das Thema Schiff mit weitem Abstand an oberster Stelle steht. Schaut man sich dies genauer an sieht man ein schönes großes Boot, welches jedoch nicht unbedingt gut gewartet und technisch gepflegt war.  Ein Schiff ist nie fertig oder perfekt – dies weis jeder Segler. Trotzdem haben die (zu) vielen auftretenden Probleme sehr am Vertrauen gegenüber der CIUBE gezehrt. Insbesondere der Brand mitten auf dem Atlantik hat dazu sehr viel beigetragen. Unsere lieben italienischen Vercharterer haben sich dazu, wie auch bei anderen Problemen, nicht unbedingt sehr unterstützend verhalten. Im folgenden möchte ich nun einige weitere Infos zu diesem Brand geben.

Am 17.11.2015 um 5:32 UTC hat sich der Brand ereignet. Auf der Karte kann man die Position erkennen.

brand_ort

Bedenkt man, dass der vorherrschende Passat-Ost-Wind eine Umkehr zu den Kapverden sehr erschwert hätte, kann man den Ort schon als „mitten auf dem Atlantik“ beschreiben. Was dort geschah möchte ich anhand meines damals erstellten Gedächtisprotokolls beschreiben.

gedaechtnis_prot

Die ganze „Löschaktion“ hat meines Erachtens weniger als eine Minute gedauert. Dies war unser Glück. Hätte sich die Aktion um zwei Minuten verlängert, hätten wir vermutlich das Schiff aufgeben und die Rettungsinseln benutzen müssen. Diese Einschätzung mache ich nicht nur als Segler sondern insbesondere auch als „Elektriker“.

Nach dem ersten Schock saßen wir zusammen und tauschten uns aus. So komisch es vielleicht klingen mag, konnte ich der Situation dabei sogar was Positives abgewinnen. „Jetzt müssen die Italiniener endlich in die Gänge kommen“. Doch dies war wohl eine Fehleinschätzung. Es wurden täglich Emails ausgetauscht. Außer Besorgnis kamen dabei auch mehr und mehr Nachfragen nach den Ursachen zum Austausch. Ob sich diese „Ursachenforschung“ nicht auch zu Schuldzuweisungen gemausert hatte, muss jeder für sich selbst entscheiden. Hier ein Auszug dieses Mailverkehrs.

mail an simone

Da auf der ganzen Überfahrt ständig Wellen von mehr als 2 m Höhe vorhanden waren, war ein Begutachten des Rumpfes von außerhalb nicht möglich. Auf keinen Photos, welche von oben gemacht wurden, waren irgendwelche Beschädigungen des Rumpfes und somit eine mögliche Beeinträüchtigung der Statik des Schiffes zu ekennen. Vielleicht war dies zu diesem Zeitpunkt gut so, da dadurch keine größeren Bedenken bzgl. der Sicherheit des Schiffes in Bezug auf Stabilität aufkamen. Beim ersten „Beschwimmen“ des Bootes nach dem Ankern vor Martinique hat sich das Bild jedoch geändert und wir bemerkten ein ca. 2 bis 3 cm großes Brandloch im Rumpf an der Brandstelle.

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Die Brandstelle möchte ich nun anhand von Bilder hier genauer beschreiben. Die Brandstellle lag hinter dem Schrank der Backbord-Achterkabine in der Nähe der Treppe des Niedergangs.

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Dort verlaufen neben vielen kleineren Kabeln auch die beiden 12 V 50 mm² Zuleitungen zu der Unterverteilung des Backbord-Rumpfes. An dieser Stelle berühren sich auch zwei große GfK-Rumpfteile des Katamaran. Zum einen der schräge Außenrumpf des Bootes (unterer Bildbereich) und zum anderen große GfK-Teile von oben.

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Da das Schiff im Seegang „arbeitet“ bewegen sich diese Teile bei Wellen leicht gegeneinander, Aus diesem Grund sollten auch Kabel wie im oberen Bild ersichtlich von solchen Stellen entfernt verlegt werden, um Quetschungen zu vermeiden. An der Brandstelle war dies jedoch nicht (mehr) der Fall.

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Dieses Bild zeigt die Brandstelle von oben. Im oberen Bildbereich ist der Außenrumpf – im unteren Bildbereich das GfK-Einbauteil zu sehen. Links oben erkennt man eine defekte Kabelbefestigung, welche die Kabel von der Quetschstellen fernhalten sollte.

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Auf diesem Bild ist der Außenrumpf im unteren Bereich und das Einbauteil rechts oben zu erkennen.

Durch Risse im Rumpf im Breich der Eingangstür trat bei Regen oder großem Seegang Wasser in den Rumpf, sodass die Brandstelle wohl auch häufig sehr feucht bzw. naß war. Die Kombination aus Quetschung und Feuchtigkeit führte somit zum Kurzschluss der beiden 50 mm² Zuleitungen.

Auf den folgenden Bildern sind auch gut unerwünschte Quetschungen an den Leitungen zu erkennen.

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Hier kann man das Brandloch nach dem Entfernen der Kabel erkennen.

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Von außen sah das Ganze dann so aus.

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Nachtrag 7.6.2016

Ich habe mal den Elektroplan rausgekramt. Leider habe ich diesen, wie auch alle anderen Anleitungen und Unterlagen, erst Mitte Dezember 2015 in Martinique bekommen.

ciube_12v_p

Leider war auch der Unterverteiler im Steuerbord-Motorraum „nicht mehr ganz im Originalzustand“. Interessanterweise entstanden diese Photos vor dem Brand. Das schöne Verkabelungsphoto entstand 2 Tage vor dem Brand. Ich versuchte mir dabei einen Überblick über die Elektrik zu verschaffen. Leider war dies für mich ohne Stromlaufpläne nahezu unmöglich.

uv_stb_1      uv_stb_2

Hier noch ein Video der Besichtigung der Brandstelle.